Analyse des Liedtextes „Ausziehen“ von SXTN
Einleitung
Das Lied „Ausziehen“ von SXTN, veröffentlicht im Jahr 2017, gehört zum Genre der deutschen Rap-Musik. Es thematisiert die Oberflächlichkeit und Doppelmoral der Gesellschaft, insbesondere im Kontext von Online-Medien und der Musikbranche. Die Band setzt sich dabei provokant und selbstbewusst mit diesen Themen auseinander und liefert eine kritische Betrachtung von Geschlechterrollen und medialer Selbstdarstellung.
Strophen-Analyse
Erste Strophe:
„Im Internet werden alle mutig
Klicken sich die Hände blutig
Sogar meine Hater benehmen sich wie Groupies
Sie leaken Handy, denn sie wollen meine Nude-Pics“
Die erste Strophe beginnt mit einer Beobachtung zur Anonymität und Unverfrorenheit im Internet. Menschen fühlen sich sicher genug, um negative Kommentare und sogar Verstöße gegen die Privatsphäre vorzunehmen. Die Erwähnung von „Hatern“, die sich letztlich wie „Groupies“ verhalten, deutet auf die paradoxen Verhaltensweisen hin, die online auftreten.
„Drücken „Mute“ um sich Interviews reinzuziehen
Liken Instagram-Bilder mit ihrem steifen Glied
Sie fragen: „Ey, bist du single?“
Ich so: „Nein, eher Album““
Hier wird illustriert, wie Nutzer konsumieren und interagieren, um dann in private und oft unangemessene Konversationen überzugehen. Der Witz „Nein, eher Album“ zeigt, dass die Sängerin solche Fragen als irrelevant und lästig empfindet und versuchte, sie humorvoll abzuwimmeln.
„Ich habe keinen Halt, doch ich habe eine Haltung
Sie weichen mir aus auf ’ne eklige Weise
Und reden am Leben vorbei
Die Fragen ergeben ’nen ewigen Kreis
„Wie ist es als Weiber in dieser Szene zu sein?““
In diesen Zeilen äußert die Künstlerin ihre Frustration über immer wiederkehrende stereotype Fragen zu ihrer Geschlechtsrolle in der Musikindustrie. Sie hebt hervor, dass sie trotz hinderlicher Umstände ihre eigene Haltung und Überzeugung beibehält.
„Rapper wollen mir erklären was Business is‘
Doch verkaufen ihre Schwester für ’n bisschen Klicks
Du rappst wie ein Player, doch du bist es nicht …
Denn wenn du kommst und sie nicht, hat sie dich gefickt“
Dieser Abschnitt kritisiert männliche Rapper, die Frauen herablassend behandeln, aber selbst kaum ethische Standards besitzen. Der letzte Satz spielt auf die Macht und Kontrolle im Sexualverhalten an, konträr zu dem falschen Image, das sie aufbauen.
Refrain:
„Zeig‘ ma‘ bisschen Haut und zieh‘ dich aus
Stell‘ dich nich‘ so an, denn ich bin hier der Mann
Wackel‘ mit dem Arsch auf der Bühne
Mach‘ ihn hart, gib dir Mühe
Ich will Spaß, also weg mit dem BH
Und alle: „Ausziehen, ausziehen!“
Und alle schreien: „Ausziehen, ausziehen!“
Und immer wieder: „Ausziehen, ausziehen!“
Alle werden bei der Show ohnmächtig: „Ausziehen, ausziehen!“
Denn diese Welt ist oberflächlich“
Der Refrain verstärkt das übergeordnete Thema des Songs – die Oberflächlichkeit und der Zwang zu sexueller Ausbeutung. Es spiegelt die Aufforderungen wider, die oft an weibliche Künstler im Musikgeschäft gestellt werden. Der wiederholte Ausruf „Ausziehen, ausziehen!“ verstärkt den Druck und den Zwang zur Erfüllung dieser Erwartungen.
Zweite Strophe:
„Du bist depressiv, alles in deinem Leben läuft schief
Du kannst nur haten, aber trotzdem wird’s dein Lieblingslied
In der zweiten Strophe wird das Doppelleben von Hatern beleuchtet: Sie geben sich nach außen mürrisch und depressiv, aber konsumieren dennoch die Inhalte, die sie öffentlich kritisieren.
„Ollen machen Slut-Shame, ich seh‘ doch wie sie abgehen
Typen unter achtzehn wollen uns gerne nackt sehen
Wir wären Mannsweiber, Mittelfinger für die Neider
Ich wink‘ dir aus dem Maybach, wenn mein Auto vor dir einparkt“
Hier werden die gegensätzlichen Erwartungen und Kritiken, die Frauen innerhalb und außerhalb der Szene erleben, beschrieben. Die Verwendung von „Slut-Shaming“ und gleichzeitig Begeisterung für die gleiche Frau veranschaulicht die Heuchelei. Der „Maybach“-Verweis stellt den Erfolg und die materielle Überlegenheit dar.
„Sag mir wer hat die Szene gefickt? (woo-woo)
Und dabei habt ihr eine Träne verdrückt
Du wirst nie was besseres kriegen
SXTN – das beste Team“
In diesem Teil wird der Stolz auf die eigene Leistung betont und gleichzeitig angeprangert, dass die Kritiker nie solch ein Niveau erreichen würden. Dies endet in der Selbstbehauptung als das beste Team, was SXTN repräsentieren steht.
Refrain Wiederholung:
Der anfangs analysierte Refrain wird erneut wiederholt und zementiert die Grundbotschaft.
Gesamt-Beurteilung und Zusammenhänge
Das Lied entwickelt sich von einer detaillierten Beschreibung onlineer und realer Heuchelei, über direkte sozialkritische Anklagen, bis hin zur Selbstverwirklichung und dem stolz auf die eigene Position und die Herausforderungen, die überwunden wurden. Die Wiederholungen heben die zentrale Aussage hervor und tragen zur Betonung der Kritik an der Gesellschaft bei. Musikalische und lyrische Strukturen führen zu einer dynamischen Darstellung der komplexen Themen halt. Die Künstler verwenden eine kräftige, provokative Sprache und kontrastieren durchwegs gelebte und angedichtete Realitäten.
Schlussfolgerung
„Auziehen“ von SXTN ist mehr als ein einfacher Rap-Song. Es ist eine mächtige Kritik an gesellschaftlichen Normen, heuchlerischen Verhaltensweisen und den immerwährenden Dualismus der Geschlechterrollen. Es wiederspiegelt die Realität, der weiblichen Künstler oft begegnen, und fordert ein Umdenken und eine bessere Wertschätzung für Individualität und Authentizität ein.
Im Internet werden alle mutig
Klicken sich die Hände blutig
Sogar meine Hater benehmen sich wie Groupies
Sie leaken Handy, denn sie wollen meine Nude-Pics
Drücken „Mute“ um sich Interviews reinzuziehen
Liken Instagram-Bilder mit ihrem steifen Glied
Sie fragen: „Ey, bist du single?“
Ich so: „Nein, eher Album“
Ich habe keinen Halt, doch ich habe eine Haltung
Sie weichen mir aus auf ’ne eklige Weise
Und reden am Leben vorbei
Die Fragen ergeben ’nen ewigen Kreis
„Wie ist es als Weiber in dieser Szene zu sein?“
Rapper wollen mir erklären was Business is‘
Doch verkaufen ihre Schwester für ’n bisschen Klicks
Du rappst wie ein Player, doch du bist es nicht
Denn wenn du kommst und sie nicht, hat sie dich gefickt
Zeig‘ ma‘ bisschen Haut und zieh‘ dich aus
Stell‘ dich nich‘ so an, denn ich bin hier der Mann
Wackel‘ mit dem Arsch auf der Bühne
Mach‘ ihn hart, gib dir Mühe
Ich will Spaß, also weg mit dem BH
Und alle: „Ausziehen, ausziehen!“
Und alle schreien: „Ausziehen, ausziehen!“
Und immer wieder: „Ausziehen, ausziehen!“
Alle werden bei der Show ohnmächtig: „Ausziehen, ausziehen!“
Denn diese Welt ist oberflächlich
Du bist depressiv, alles in deinem Leben läuft schief
Du kannst nur haten, aber trotzdem wird’s dein Lieblingslied
Ollen machen Slut-Shame, ich seh‘ doch wie sie abgehen
Typen unter achtzehn wollen uns gerne nackt sehen
Wir wären Mannsweiber, Mittelfinger für die Neider
Ich wink‘ dir aus dem Maybach, wenn mein Auto vor dir einparkt
Sag mir wer hat die Szene gefickt? (woo-woo)
Und dabei habt ihr eine Träne verdrückt
Du wirst nie was besseres kriegen
SXTN – das beste Team
Zeig‘ ma‘ bisschen Haut und zieh‘ dich aus
Stell‘ dich nich‘ so an, denn ich bin hier der Mann
Wackel‘ mit dem Arsch auf der Bühne
Mach‘ ihn hart, gib dir Mühe
Ich will Spaß, also weg mit dem BH
Und alle: „Ausziehen, ausziehen!“
Und alle schreien: „Ausziehen, ausziehen!“
Und immer wieder: „Ausziehen, ausziehen!“
Alle werden bei der Show ohnmächtig: „Ausziehen, ausziehen!“
Denn diese Welt ist oberflächlich
(„Ausziehen, ausziehen!“)
(„Ausziehen, ausziehen!“)
(„Ausziehen, ausziehen!“)
(„Ausziehen, ausziehen!“)