Zusammenfassung des Inhalts des kompletten Liedes

Der Liedtext „Made 4 Love“ der Band SXTN, erschienen im Jahr 2016, schildert das Leben und die Gefühlswelt einer Prostituierten. Sie beschreibt ihre Erlebnisse und Herausforderungen im Alltag, wobei sie offen über die emotionalen und physischen Belastungen spricht. Der Refrain „I was made for love, I was made, I was made for love“ suggeriert eine Ironie oder sogar eine tragische Wahrheit über ihre Existenz und die Art von Liebe und Akzeptanz, die sie erfährt. Die Strophen schildern einzelne Episoden und reflektieren die Doppeltätigkeit zwischen den Rollen als Mutter und Sexarbeiterin, sowie die damit verbundenen inneren Konflikte und äußeren Erwartungen.

Strophenanalyse – Erste Strophe: „Noch hab‘ ich meine Ruhe“

In der ersten Strophe schildert die Protagonistin ihre Frühschicht. Sie beginnt mit einer Szene der Ruhe und des Miteinanders mit ihren „Schwestern“, vermutlich anderen Prostituierten. „Noch hab‘ ich meine Ruhe, ’ne Kippe und ’nen Becher in der Hand“ zeichnet ein Bild von einem kurzen Augenblick der Normalität, bevor die Arbeit beginnt. Es folgt die Beziehung zu ihrem Zuhälter, der sie subtil manipuliert, indem er ihre Schwäche erkennt und ausnutzt: „Ein neuer Stecher, mein Zuhälter lächelt mich an, kein Verbrecher, er hat nur meine Schwäche erkannt.“ Diese Zeile verdeutlicht die Abhängigkeit und das Machtgefälle. Der Pragmatismus der Protagonistin wird in der Anweisung „Benutz bitte ein Kondom, Süße, steck dich nicht an“ sichtbar, die von mütterlichen oder schwesterlichen Gefühlen durchzogen ist. Sie bereitet sich auf den Kunden vor, indem sie „’ne Line“ zieht und „Tabletten im Schrank“ hat. Diese Drogen wirken als Betäubungsmittel und helfen ihr, die Unannehmlichkeit ihrer Tätigkeit zu ertragen. Die Interaktion mit dem Kunden ist oberflächlich und objektifiziert: „Ich geb‘ ihm das Gefühl, ich brauche ihn.“

Strophenanalyse – Zweite Strophe: „Ich hab‘ mich vor der Arbeit mit meinem Kleinen gestritten“

In der zweiten Strophe zeigt sich der Spagat zwischen Beruf und Familie. Es beginnt mit einer familiären Auseinandersetzung: „Ich hab‘ mich vor der Arbeit mit meinem Kleinen gestritten.“ Die Protagonistin verspürt den Wunsch, zu ihren familiären Verpflichtungen zurückzukehren: „Ich will nach Hause und dich einfach drücken“. Ihre Realität lässt dies jedoch nicht zu, da sie sich „husteln,“ also der Prostitution nachgehen muss. Sie verspricht ihrem Kind Optimismus: „Ich verspreche dir, wir sind bald reich und glücklich“, doch es ist klar, dass dies ein illusionäres Versprechen ist, das sie selbst vielleicht nicht ernst nimmt. Sie beschreibt ihre Dienste kalt und pragmatisch: „Erst mach ich einen Knicks, dann bin ich seine Bitch“, was die Resignation und der Zynismus gegenüber ihrem Beruf zeigt. Die körperliche Nähe wird rein funktional behandelt und als widerlich und kalt empfunden: „Salziger Schweiß von seiner Stirn tropft auf meine Lippen.“

Strophenanalyse – Dritte Strophe: „Was ist falsch und was ist richtig?“

In der dritten Strophe reflektiert die Sängerin über moralische Dilemmata und die Abkehr von sozialen Bindungen. „Was ist falsch und was ist richtig?“ stellt fundamentale ethische Fragen, die jedoch im beruflichen Kontext irrelevant werden („Scheißegal, denn ich hab‘ mich verpflichtet“). Sie beschreibt, wie alte Freunde sie verlassen haben und ihre Gefühle abgestumpft sind („Zeig’ meine Gefühle nicht, denn keinem sind sie wichtig“). Der Verlust von Emotionen und das Gefühl der Vergiftetheit veranschaulichen die psychischen Schäden: „Doch ich spüre nichts, mein Körper wie vergiftet.“ Diese Strophe vermittelt deutlich die Verzweiflung und die Emotionslosigkeit, die sie als Schutzmechanismus entwickelt hat. Der Schlussabsatz impliziert eine Art bittere Akzeptanz oder Genugtuung: „Dafür hab ich jetzt ’ne Geschichte“, was andeutet, dass sie trotz allem ein narrativ oder eine Erfahrung hinterlässt, die ihr Leben formt.

Refrain und Wiederholung

Der Refrain „I was made for love, I was made, I was made for love” wiederholt sich mehrmals im Verlauf des Liedes. Diese Phrase wirkt wie ein Mantra, das bittersüß und ironisch die Idee von Bestimmung und Liebe hinterfragt. Was zuerst wie eine romantische Bekundung erscheinen mag, entpuppt sich als sarkastische Bemerkung über die Ironie ihres Lebens. Die Frau war ’nicht‘ für Liebe im herkömmlichen Sinn gemacht, sondern für eine Liebe, die aus Notwendigkeit, Abhängigkeit und wirtschaftlichem Drang besteht.

Emotionale und symbolische Bedeutungen

„Made 4 Love“ weckt eine Vielzahl von Emotionen, hauptsächlich Traurigkeit und Mitgefühl. Der Text weist auf die Härte und Vernachlässigung hin, die das Arbeitsleben in der Prostitution mit sich bringt. Die Rolle der Frau als Mutter und Prostituierte zeigt die inneren Konflikte und die Spannungen zwischen persönlichem und beruflichem Leben. Die bittere Ironie des Refrains verstärkt diese Empfindungen und bringt eine tiefere symbolische Bedeutung hervor. Das Lied spricht auch über die Normalisierung und die Objektifizierung von Frauen in dieser Branche und wie das Arbeiten in solch einer Umgebung zu einem Mittel der Selbstbetäubung und -manipulation werden kann.

Insgesamt ist „Made 4 Love“ ein kraftvolles und erschütternd reales Porträt einer Frau in der Prostitution, das durch die schonungslose Wortwahl und die ungeschönte Darstellung ihres Lebens intensiviert wird. Die Ironie des Refrains und die wechselnde Stimmung in den Strophen tragen zur starken emotionalen Wirkung bei und hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

I was made for love

I was made, I was made for love

I was made for love

Noch hab‘ ich meine Ruhe

‚Ne Kippe und ’nen Becher in der Hand

Seit sechzehn Uhr sitz‘ ich im Flur mit meinen Schwestern zusammen

Ein neuer Stecher, mein Zuhälter lächelt mich an

Kein Verbrecher, er hat nur meine Schwäche erkannt

Ich sage zu, denn der Kunde ist kein hässlicher Mann

„Benutz bitte ein Kondom, Süße, steck dich nicht an“

Ich zieh‘ ’ne Line, hab‘ für später noch Tabletten im Schrank

Kopf schaltet aus, die rote Lichterkette geht an

Deospray und Kaugummi

Er redet und ich lausche ihm

Ich geb‘ ihm das Gefühl, ich brauche ihn

Er sagt mir, ich bin heiß und ich glaube ihm

Zu Hause seine Frau und sie weiß, sie hat ausgedient

Für eine halbe Stunde in keine andere Frau verliebt

Ich habe diese Rolle hunderttausendmal im Traum gespielt

Ich fühl‘ mich gut dabei mich auszuziehen

Weil er mir endlich auf die Titten und jetzt nicht mehr in die Augen sieht

I was made for love, I was made, I was made for love

I was made for love, I was made, I was made for love

I was made for love, I was made, I was made for love

I was made for love, I was made, I was made for love

Ich hab‘ mich vor der Arbeit mit meinem Kleinen gestritten

Ich will nach Hause und dich einfach drücken

Bitte dreh die Zeit zurück

Doch Mama muss heut husteln, sich für Freier bücken

Ich verspreche dir, wir sind bald reich und glücklich

Wenn sie weiter Scheine zücken

Erst mach ich einen Knicks, dann bin ich seine Bitch

Ich kriege Geld dafür, dass er nicht mehr alleine ist

Wir kommen uns immer näher, aus seiner Sicht

Aber aus meiner Sicht ist das nur eine Schicht

Stöhnen in meinem Ohr, während wir beide ficken

Salziger Schweiß von seiner Stirn tropft auf meine Lippen

Er leckt mir über mein Gesicht und über meine Titten

Immer weiter, bis er endlich mal so weit ist in mich reinzuspritzen

I was made for love, I was made, I was made for love

I was made for love, I was made, I was made for love

I was made for love, I was made, I was made for love

I was made for love, I was made, I was made for love

(I was made for love)

Was ist falsch und was ist richtig?

Scheißegal, denn ich hab‘ mich verpflichtet

Alle alten Freunde sind geflüchtet

Aber keiner stresst, solang‘ ein Lächeln im Gesicht ist

Doch ich spüre nichts, mein Körper wie vergiftet

Zeig‘ meine Gefühle nicht, denn keinem sind sie wichtig

Viel zu lang hab ich schon auf mich selbst verzichtet

Dafür hab ich jetzt ’ne Geschichte

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